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Grundgedanken zum Training
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Jeder Sportler verfügt über eine momentane,
individuelle Leistungsfähigkeit, die dem Ist-Wert
entspricht. Durch geeignetes Training soll der Körper und
die Psyche auf bevorstehende Aufgaben so vorbereitet
werden, dass am Tag X der Soll-Wert abgerufen werden kann.
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Training = Vorbereitung auf ein Ziel
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Training = “das üben, was ich am Tag X können muss”
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Ist:
realistische Einschätzung des momentanen
Leistungsvermögens
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Soll:
Ziel genau definieren “was wird verlangt - was will ich
erreichen?“ was muss ich trainieren - was nicht?
“Effizienz ist der direkte Weg zum Ziel”
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Regelmäßige
Kontrollen durch Training / Wettkämpfe > Motivation,
Beruhigung> “bin ich auf dem Niveau, auf dem ich zu
dieser Jahreszeit sein will?”
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“Wer
nichts ändert, wird immer nur das erreichen, was er
bisher erreicht hat”
Die leistungsbestimmenden Faktoren sind die
Faktoren, die den Soll-Wert und damit die
Wettkampfleistung am Tag X bestimmen. Diese Faktoren gilt
es durch Training und gezielte Wettkampfvorbereitung zu
optimieren.
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Ausdauer - “Das Gerüst auf dem die Leistung
steht”
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Mit Ausdauertraining gewöhnen wir unseren
Körper an Dauerleistungen mit ihren besonderen
Anforderungen. Dazu gehört die Bereitstellung der
benötigten Energie, sowie die Anpassung des
Bewegungsapparats und auch die mentale Stärke über die
lange Belastungszeit hinweg.
Ausdauertraining ist das Fundament für alle anderen
Trainingseinheiten. Die Länge, die Intensität und der
Anteil am gesamten Training hängt jedoch stark vom
Soll-Wert ab. Ein Kurzstreckentriathlet benötigt so keine
6-stündigen Radeinheiten um die Fettverbrennung zu
optimieren, da die Kohlenhydratspeicher für die gesamte
Wettkampfdauer von zwei Stunden in der Regel ausreichend
sind.
Die Anpassungsvorgänge des Körpers an Ausdauerbelastungen
finden mit zeitlicher Verzögerung statt. Die
Blutversorgung der Muskulatur sowie die Kraftzunahme
gehört zu den schnellen Anpassungsvorgängen. Die Anpassung
der Knochen und der inneren Organe kann dagegen Jahre
dauern. Dies muss im Training, gerade bei “Anfängern”
bedacht werden, um Übertraining und Verletzungen zu
vermeiden. |
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Regeneration - “Im Schlaf zur Topform”
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Ohne dem Körper Erholung zu gewähren ist
keine Leistungssteigerung möglich. Aber Regeneration als
Trainingsfaktor? Nach einem harten Trainingsreiz sinkt das
Energieniveau des Körpers. Je nach Intensität und Dauer
der Belastung benötigt der Körper ca. 48h, um wieder das
Ausgangsniveau zu erreichen und wieder für die nächste
Belastung “bereit” zu sein. Als Anpassung bzw.
Trainingseffekt stellt dann der Köper kurzfristig mehr
Energie bereit, in der sog. Superkompensationsphase. Genau
das ist der Punkt, den man mit der nächsten harten
Trainingsbelastung treffen muss, um eine
Leistungssteigerung zu erzielen. Wählt man die
Regenerationszeit zu kurz, trainiert man sich langfristig
in den “Keller”, wählt man die Zeit zu lang, wird man
seine Leistung nicht steigern können. Wichtig ist es also,
genau diesen Punkt zu treffen und damit gehört die Planung
der Regeneration genauso zur Trainingsplanung, wie die
Planung der Belastungen.
Durch aktive Erholung kann die Regenerationszeit verkürzt
werden, d.h. der nächste Belastungsreiz kann früher
gesetzt werden. Kurze lockere Trainingseinheiten, Massagen
und Sauna, dienen der Durchblutung der ermüdeten
Muskulatur und im Metabolismus (Stoffwechsel) angefallene
Abfallprodukte können so schneller entfernt werden.
Zusätzlich kann der belastete Bewegungsapparat
Mikroverletzungen rascher reparieren und man beugt so
Schäden an Knochen, Muskulatur, Sehnen und Bändern vor.
Die zentrale Rolle bei der passiven Erholung nimmt der
Schlaf ein. Berufliche oder private Belastungen sowie
dadurch bedingter Schlafmangel sollten somit bei der
Regeneration und damit bei der Trainingsplanung
berücksichtigt werden. |
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Schnelligkeit - “Grundschnelligkeit ist die
Voraussetzung für ein hohes Tempo auch auf langen
Strecken”
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Wer die 10 km nicht unter 33 min läuft,
wird den Marathon nie unter 2:20 laufen, wer die 1000 m
nicht unter 3 min läuft wird, die 10 km nie unter 33 min
laufen, wer die 100 m nicht unter ... sec läuft, wird die
1000 m nie unter 3 min laufen.
Wer im Training immer mit einem 25er Schnitt durch die
Landschaft rollt, wird nicht erwarten können, im Wettkampf
einen 40er Schnitt hinzubekommen. Die Grundschnelligkeit
ist also eine Grundvoraussetzung, um die
Leistungsfähigkeit auf längeren Strecken weiter steigern
zu können.
Zur Verbesserung oder Erhaltung der Schnelligkeit dienen
Intervalleinheiten, Steigerungsläufe, Sprints,
Koordinations- und Technikübungen sowie Athletikprogramme
wie beispielsweise Sprünge. Trainingsformen zur
Verbesserung der Schnelligkeit gehören ganzjährig zum
Trainingsablauf.
Grundschnelligkeit ist zu einem großen Teil eine Frage der
Veranlagung und des Alters. Das Verhältnis von schnell
kontrahierenden zu langsam kontrahierenden Muskelfasern
ist genetisch vorgegeben, dennoch können Prozesse infolge
des Trainings die Schnelligkeit verbessern bzw. trotz
eines Ausdauertrainings (das das Verhältnis zugunsten der
langsam kontrahierenden Muskelnfasern verschiebt)
erhalten. Solche Prozesse sind beispielsweise eine
verbesserte nervöse Ansteuerung des Muskels, eine
Optimierung des Stoffwechsels oder die Minimierung der
Kraftverluste durch Scherkräfte. Innerhalb eines
begrenzten Rahmens lässt sich Schnelligkeit trainieren und
führt dann mit vergleichsweise geringem Aufwand zu einem
enormen Leistungszuwachs auf kurzen und auch auf langen
Distanzen. |
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Ernährung - “Der Sprit, der uns antreibt”
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Eine ausgewogene Ernährung versteht sich
für den Sportler von selbst - ausgewogen insbesondere in
Hinblick auf das Verhältnis von Kohlenhydraten, Proteinen
und Fetten, vollständig insbesondere in Hinblick auf
Mineralien, Spurenelemente und Vitamine. Meist reicht eine
ausgewogene, vollwertige Ernährung aus um den Bedarf an
Nährstoffen vollständig zu decken, bei
Hochleistungssportlern ist jedoch meist Mineral- und
Vitaminsupplementation indiziert. Nach
harten Trainingseinheiten und Wettkämpfen, können auch
Proteinpräparate (Aminosäuren) einem Katabolismus (Abbau
von Muskel, Immunzellen) entgegen wirken, d.h. die
Trainingswirkung unterstützen (Aufbau = Anabolismus) und
Krankheiten vorbeugen, wobei von höheren
Proteindosierungen wegen der Erhöhung der Muskel- und
damit Körpermasse abzuraten ist. Wundermittelchen, wie sie
von der Werbung angepriesen werden, sind teuer und
entweder zumeist wirkungslos oder fallen unter die
Dopingliste. |
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Technik - “Das Geheimnis zum Erfolg”
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Technik dient der Ökonomisierung der
Bewegungsabläufe. Eine vollständige Zugphase im Schwimmen,
ein langer ökonomischer Schritt beim Laufen, ein runder
Tritt beim Radfahren bringen pro Zug, Schritt oder
Kurbelumdrehung bei gleichem Kraftaufwand mehr Vortrieb
und Meter. Dadurch wird Energie pro Fortbewegungszyklus
gespart und eine bessere Ausdauerleistung erzielt.
Lauf-ABC, Tritt- und Schwimmtechnikübungen trainieren
spezifisch die Bewegungsabläufe. Techniktraining ist die
“schlaueste” Trainingsform, da ein gelernter
Bewegungsablauf eine fest abgespeicherte Funktion ist,
während Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer schnell wieder
verloren gehen. Dies ist der Grund warum ein Mensch
Radfahren nicht verlernt, auch wenn er jahrelang nicht Rad
fährt oder warum ein ehemaliger Leistungsschwimmer auch
nach Jahren ohne Training immer noch 4:30 über 400m
schwimmt, schneller als die meisten Triathleten je
schwimmen werden.
Wichtiges Techniktraining, um im Wettkampf viel Zeit
einsparen zu können, ist auch das Wechseltraining. Bei
Kurzstreckenrennen kann der Wechsel rennentscheidend sein.
Mit ein wenig Übung und Organisation, kann man hier
wertvolle Sekunden einsparen, die man sonst nur mit einem
gewaltigen Mehraufwand im Training gewinnen kann. |
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Material - “Nase vorn bei gleicher
körperlicher und psychischer Leistungsfähigkeit”
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Wichtigster Gesichtspunkt bei der Wahl des
Materials ist, dass es zur beabsichtigten Strecke und
Disziplin und vor allem zum Athleten passt. Dabei muss das
verwendete Material nicht teuer sein, sondern in erster
Linie zweckmäßig, auch wenn der Glaube Berge versetzt und
man sich natürlich auf dem neuen Rad oder in den neuen
Laufschuhen deutlich schneller vorkommt. Wichtig ist
zuerst, dass die Schuhe, die Kleidung, der Neopren und das
Rad passen. Die Möglichkeit sich vermessen zu lassen
bieten fast alle Sportartikelhändler. Dann sollte das für
den Wettkampf oder Training zweckmäßigste Material
verwendet werden. Das hängt meist von Streckenlänge,
Streckenprofil, Temperaturen und Regeln (z.B.
Windschattenfreigabe) ab.
Goldene Regel für das Material, das im Wettkampf verwendet
werden soll - alles im Training und in
Vorbereitungswettkämpfen auf Nieren prüfen und
ausprobieren. Nie am Tag vor dem Wettkampf oder am
Wettkampftag selbst noch am Rad rumschrauben, nie neue
Schuhe, neue Kleidung und anderes neue Material beim
Saisonhöhepunkt verwenden. Eine gute Hilfe zur Beruhigung
vor dem Wettkampf kann eine Checkliste (eine Packliste)
sein, so dass man nichts vergisst und ausreichend Ersatz
zur Verfügung steht, wenn bei 35°C 10 Minuten vor dem
Start noch der Reifen und damit für den Unvorbereiteten
dann der Saisonhöhepunkt und die ganzen Mühen des
Wintertrainings platzen.
Zur Wahl des besten Materials holt man sich am besten Rat
und Geheimtipps bei Athleten der Einzeldisziplinen, d.h.
bei Läufern, Schwimmern und Radfahrern. Jan Ullrich würde
so manchen ambitionierten Radfahrer auch mit dem Klapprad
abhängen, aber bei körperlich und mental gleichwertigen
Gegnern bzw. beim ersten Marathon oder Triathlon kann das
Material dann doch das Zünglein an der Waage sein. |
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Mentale Stärke - “Überwinde den inneren
Schweinehund”
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Ausdauertraining bedeutet vor allem
regelmäßiges Training. Im Training wie im Wettkampf gilt
es sich zu überwinden, trotz des schlechten Wetters oder
des verlockend gemütlichen Sofas nochmal eine
Trainingsrunde zu drehen und im Wettkampf durch die vielen
Tiefpunkte hindurch bis zum Ziel immer an seiner
Leistungsgrenze zu bleiben.
Motivation für’s Training und im Wettkampf kann sein, sich
Ziele zu setzen, vor allem realistische Ziele vor denen
man nicht auf halben Weg kapituliert, sondern die einen
beflügeln, wenn man auf dem besten Weg ist diese zu
erfüllen oder gar zu übertreffen. Meist sind es nicht die
Sieger, die im Ziel zusammenbrechen, obwohl sie sich
mindestens genauso verausgabt haben. Anstrengung ist sehr
subjektiv und wird dann als erträglich oder sogar als
schön empfunden, wenn sie sich lohnt. Die Belohnung ist
das erreichen des individuellen realistischen Ziels und
das ausgiebige Feiern des Erfolgs.
Problem im Wettkampf ist oft jedoch nicht die Motivation,
sondern die Aufregung und der Umgang mit der Angst
(Prüfungsblockade). Zum einen brauchen wir das
Stresshormon Adrenalin um im Wettkampf bessere Leistungen
zu bringen als im Training, zum anderen kann ein zuviel an
Adrenalin die Leistung hemmen. Eine gute Strategie mit der
Angst umzugehen ist es, sich oft diesen Situationen
auszusetzen (üben damit umzugehen), sich realistische,
erfüllbare Ziele zu setzen (kein Angst vorm Versagen) und
sich ein wenig selbst zu betrügen, indem man sich den
Wettkampf unwichtig redet (ist ja nur ein Hobby). Angst
vor Gegnern ist zudem meist unnötig, gegen übermächtige
Gegner wird man entweder sowieso keine Chance haben oder
in die Geschichte eingehen. Mit dem Selbstvertrauen, sein
realistisches Ziel zu erreichen, wird man schwächere
Gegnern in Schach halten können und Respekt einflößen -
ein großer taktischer Vorteil. |
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Taktik - “1 min zu schnell am Anfang, ...
10 min langsamer am Ende”
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Eine gute Wettkampftaktik benötigt zwei
Komponenten: zum einen die genaue Kenntnis des eigenen
Körpers und der eigenen Möglichkeiten, zum anderen den
Überblick über den Rennverlauf und die Strategien und
Möglichkeiten der Gegner.
Das Körpergefühl ermöglicht die Einschätzung der
momentanen Leistungsfähigkeit und damit das richtige
Einteilen des Wettkampfes. Der Überblick über das
Renngeschehen ermöglicht es, seine Kräfte sinnvoll
einzuteilen, z.B. bei Windschattenrennen kraftschonend in
der Gruppe zu fahren bzw. im richtigen Moment zu
attackieren und ein Rennen mit einem frühen Antritt zu
gewinnen. Die Kenntnis der Stärken und Schwäche der Gegner
ermöglicht es, deren Schwächephasen für sich auszunutzen,
die Gegner zu beeindrucken und im erfolgversprechendsten
Moment den Vorteil zu suchen.
Beide Komponenten der Taktik benötigen
Erfahrung und lassen sich am besten durch Wettkämpfe und
im Training in der Gruppe erlernen. Die eigenen
Möglichkeiten müssen dabei im Vorfeld der Saisonhöhepunkte
in jedem Jahr neu ausgelotet werden. |
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