english  français  español  italiano  portuguese


Star des Monats

Wolfgang Betz

In meiner Jugend habe ich Ausdauersportarten gehasst. Ausdauer, das fing bei mir ab 400m an. Mit 16 Jahren wurde ich als Sprinter entdeckt, bei einem Eisenbahnerwettkampf in Nürnberg. Bei dem bin ich einfach so mal die 100m in 11,6 sec. gelaufen. Daraufhin bin ich dem ESV Nürnberg beigetreten, bei dem ich meine Zeit auf unter 11 sec verbessert habe (Bestzeit war 10,6 (Handgestoppt) bei offiziellen Wettkampf) und ich damit bei den bayerischen Juniorenmeisterschaften starten durfte. Wie schon gesagt, 200m gingen gerade noch so, ab 400m war für mich nichts mehr drin. Ich habe sogar regelmäßig die Waldläufe boykotiert, ich konnte mir einfach nicht vorstellen so eine ganze Stunde durch den Wald zu „rennen“. Dann kam der Beruf und die Leichtathletik schlief ein, leider.

Freizeitmäßig bin ich schon immer gerne Rad gefahren. Lange Touren z.B. von Frankfurt – Budapest, München – Spiekerog oder München – Rom (unsere Hochzeitsreise) waren für mich immer Urlaub pur. Alles natürlich mit Gepäck – Zelt. Aber eben nicht unbedingt sportlich.

Vor etwa drei Jahren habe ich mich in unserem Dorf einer „Radsportgruppe“ angeschlossen. Ein lockerer Haufen so zwischen 40-50 Jährigen, aber sportlich ganz fit. Anfangs hatte ich echte Probleme mitzukommen. Über den Winter haben wir einmal die Woche Skigymnastik in der Halle, ab dem späten Frühjahr haben wir dreimal die Woche Rad-Ausfahrten. Unter der Woche jeweils so 40-60km, am Wochenende auch mal mehr. In der Gruppe selbst herrscht zwar schon der sportliche Gedanke, aber bis auf dem Anton Braun gab es keinen ambitionierten Wettkampfsportler oder gar Triathleten.

Im gleichen Jahr war ich beim Erdinger Triathlon als Zuschauer. Das Jahr 2003 – ein prächtiger Sommer. Und auch beim Triathlon herrschten ideale Bedingungen. Da habe ich mir gedacht, das wäre doch auch was für Dich. Wenn nur das Schwimmen nicht wäre. Ganz ehrlich: Meine größte Sorge war, dass ich als Letzter aus dem Wasser steige, das Ziel wird schon abgebaut, und die mich gar nicht mehr auf die Radstrecke lassen. Aber als ich dann die Teilnehmer 2003 gesehen hatte, wurde mir klar, die Volkdistanz, die schaffe ich auch.

Durch meine Radgruppe im Dorf wurde schnell meine Radleistung ganz ordentlich. Das Schwimmtraining habe ich zum Einen in unserem Dorfweiher absolviert, dann bin ich noch zur örtlichen Wasserwacht, die mir auch noch das Schwimmen (Brust) beigebracht haben. Bis zu diesem Tag konnte ich keine 200m an einem Stück schwimmen, ohne vorher zu kollabieren. Das Laufen, na ja, dass habe ich halt so mitgemacht. Bedingt durch meinen Beruf im Außendienst kann ich gerade die Laufschuhe überall mitnehmen, und laufen kann man wirklich überall. Es gibt da keine Ausrede.

Meinen ersten Volktriathlon habe ich dann am 20.06.2004 in Erding bestanden. Meine Zeiten von 16:21 (750m), 42:52 (25km) und 32:36 (5,9km) waren ein Anfang. Total unterschätzt hatte ich den Wechsel vom Rad auf die Laufschuhe. Innerhalb der ersten 750m ging mein Puls auf Anschlag – ich musste gehen, um überhaupt noch weiterzukommen. Nach kurzer Zeit hatte sich mein Puls normalisiert, und ich konnte in meinem Tempo die restlichen 5km laufen.

Angespornt von meinem ersten persönlichen Erfolg, habe ich mich schon auf das nächste Jahr in Erding gefreut.

Da waren zum Glück dann auch viel bessere Bedingungen. Meine Schwimmzeit war zwar langsamer (ich glaube die Strecker war länger, da alle im Schnitt eine schlechtere Schwimmzeit hatten), aber das Radfahren und das Laufen waren schon besser. Infiziert vom Triathlonvirus bin ich im gleichen Jahr noch beim BUGA Triahtlon in München gestartet, bei dem ich mit mir ganz zufrieden war.

Der BUGA Triathlon hat bestätigt, dass meine Radperformance eigentlich ganz ordentlich ist, aber schwimmen und laufen, das muss noch besser werden. Da habe ich mir einen Neopren gekauft und mir selbst geschworen, dass ich in dem Neopren keinen Brustschwimmzug machen werde, das schaut einfach blöd beim Wettkampf aus. In der Wasserwacht habe ich mir den Schwimmlehrer Markus geschnappt, und mit ihm seit September ein- bis zweimal die Woche Training durchgeführt. Das Ziel war klar definiert: In der Triathlonsaison 2006 mindestens die 750m Volksdistanz zu kraulen. Im November habe ich mein Ziel revidiert: Die 1500m olympische Distanz sollten machbar sein. Daran arbeite ich jetzt.

Da mich der Triatlonvirus immer mehr befallen hat, wollte ich auch mehr über Trainingsmethodik, mehr über zielgerichtetes Training erfahren. Da kamen mir die Einsteigerseminare beim BTV ganz recht. Da wurde mir erst mal klar, dass es effizienteres Training als einfach so vor sich hin joggen, Rad fahren oder schwimmen gibt. Die Frage ist doch, wie kann man mit gleichem oder weniger Trainingsaufwand seine persönlichen Leistungen verbessern. Für mich ist klar, dass ich keinen Blumentopf mehr gewinnen kann, mir geht es um den Spaß am Sport. Aber es ist auch klar, dass es einfach mehr spaß macht, wenn man die Ziele auch realistisch erreichen kann.

Mein nächstes Ziel ist erst mal die olympische Distanz in Erding, München und Bad Tölz in diesem Jahr – wenn möglich nicht als Letzter – in einer Zeit von unter 2:45. Mal sehen ob das klappt.

   

Werden auch Sie Star des Monats

Senden Sie uns ihr Finisherfoto, ein kurzes Portrait und einen Erlebnisbericht von ihrem Wettkampf-Highlight und wir präsentieren Sie auf unserer Homepage.

... weiter

 

 

 

 

 

 

© finisher concepts  | Top