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Star des Monats

Tobias Lehr

"Von Nix kommt Nix, vorne zählt die Zeit"

Aber wo und was ist vorne? Dieser Frage ging Tobias Lehr seid Februar diesen Jahres auf die Spur... Seine These: Vorne ist da, wo Grenzen sind, wo Neuland beginnt. Klar, dass er bei solchen Gedanken mal über Triathlon stolpern musste.

Es begann mit harmlosen Jogging-Runden mit Freunden. Dann kamen das alte Rennrad wieder aus dem Keller und ein Auflieger an den Lenker. Als dann auch noch Schwimmen mit ins Gespräch kam war klar, der erste Triathlon muss kommen. So kurz die Vorbereitung mit 5 Monaten auch gewesen ist, so erfolgreich war sie auch. Im Laufen begann er mit 2000m - Noch gab es nur 2 Gänge: Gehen oder rennen. Aber schon sehr bald vielen die 3000m und auch die 5000m-Marke. Jetzt begannen die Intervalle. Da ist ja noch eine Stufe zwischen 0 und 100. Und inzwischen stehen richtige Dauerläufe mit GA1 und so auf dem Programm.

Schwimmen ließ sich sogar noch besser an: Von der Ausgangssituation "Nee, 50m Kraul sind zu weit" kam er in nur 3 Wochen zu "nach 200m hab ich's schon etwas in den Armen gespürt" und "4er-Atmung is schon hart" ... Inzwischen muss man schon 2 mal hinsehen, um ihn von einem Haifisch zu unterscheiden.

Und das Radfahren: Nach 12 Wochen kontrolliertem Ergometer-Training mit viel Fettverbrennung, Technik und Intervall-Programmen nahm er sich den Berg der Berge als Vorbereitungs-Strecke. Um auf den welligen Radkurs vorbereitet zu sein, prügelte er sich ein ums andere mal den Königstuhl hoch. Zwischendurch kam dann die Kompaktkurbel ans Rad (was schnell macht ist erlaubt!) und damit der Gipfel wieder ein Stück näher.

Wie jeder gute Triathlet entwickelte auch Tobi schnell ein Gefühl für das Richtige Material: Keinen Schritt mehr ohne Pulskontrolle, Nahrungsergänzung
gegen Mac-o-Mania, am besten rollt es sich auf Conti-Reifen und PC-gestützte Auswertung sind Standard. Tobi zeigt deutlich: der Weg ist das Ziel, und deshalb sollte man ihn sich so sehr versüßen wie nur irgend möglich. Kein Training ohne Nimbus.

Und genau dieser Nimbus trug ihn dann während seinem Debut: Zwischen einem Langdistanz-Profi links und dem Liga-Athleten rechts eingepfercht richtet der Rookie unbeirrt seinen Wechselplatz ein. Und macht dabei so ziemlich
alles richtig. Allein der Transponder kostet ihn am Ende die entscheidenden 2 Sekunden: bei 1h19'59 überquert er die Ziellinie - den Chip am Bein. Als die Helfer an ihm zerren, um seine Hand über die Box zu ziehen, greifen sie ins leere ... 1h20'00 kurz entschlossen nimmt er noch mal alle Reserven zusammen und schwingt Fuß samt Chip mit einem perfekten roundhouse-kick über die Box 1h20'01 die Endzeit...

Diesem finale ging ein souveränes Schwimmen gefolgt von einem kontrollierten Radfahren voraus. Nur im Laufen erfuhr Tobi, was jeder Triathlet mal erfahren muss: Laufen ist nicht Laufen. Unbeirrt von den rohen Eiern unter seinen Füßen trabte er jedoch die 5k zielstrebig Richtung Stadion, wo er seinen Triumph bei 190 Puls verfollständigte. Nicht nur den ersten Triathlon souverän gemeistert, neben dem Kampf gegen den inneren Schweinehund hat Tobi auch den gegen die Uhr gewonnen: Platz 3 in seiner AK.

Jetzt hat er Blut geleckt... Wir sind gespannt, wie sich seine Multisport-Karriere entwickeln wird. Für nächstes Jahr steht eine olympische Distanz auf dem Plan...

Steckbrief:

Name: Tobias Lehr
Beruf: Meister, Schichtarbeit
Hobbys: Bisher Pfadfinder & Couch, heute Tri-Magazine und Fahrradsättel
Alter: 26 Jahre
Ziel: Noch eins weiter

   

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