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Star des Monats

Sebastian Kienle

Interview mit Sebastian Kienle

Ralf Wodopia (finisher concepts): “Hallo Sebastian, Du bist für viele recht überraschend Deutscher Xterra Meister geworden. Obwohl Du schon mehrfach trotz Deines noch jungen Alters mit Top-Resultaten geglänzt hast, wie erklärst Du Dir die weitere Leistungssteigerung in diesem Jahr?”

Sebastian Kienle: “Ich hatte eine Spitzensport-Zivildienststelle beim BBW in Waiblingen. Da habe ich gar nicht unbedingt so viel mehr trainiert, ich konnte mich aber wesentlich besser erholen und war auch das ganze Jahr nicht krank, was sonst häufiger vorkommt. Außerdem habe ich mich nicht verrückt machen lassen, wenn es mal nicht so gut lief. Im Gegensatz zu den letzten Jahren habe ich mich auch weniger um meine große Schwäche, dem Schwimmen, gekümmert, sondern das gemacht, was mir Spaß macht - vor allem Rad fahren. Bei den Bundesliga-Rennen war ich dann zwar meistens auf der zweiten Seite der Ergebnisliste zu finden, ich sehe im Drafting-Triathlon jedoch sowieso nicht meine Zukunft, da ich meine Rennen vor allem auf dem Rad und beim Laufen für mich entscheide. So konnte ich gerade bei Wettkämpfen mit selektiven Radstrecken (Bundesliga Schliersee, Heidelberg, Viernheim, XTerra) bessere Leistungen und auch die eine oder andere Radbestzeit anbieten.”

R.W.: Dennoch waren Deine fulminanten Auftritte, mit denen Du Dich als wahrer Favoritenschreck präsentiert hast, gerade in der zweiten Saisonhälfte für viele eine Überraschung. Wie ordnest Du selbst diese Erfolge ein?”

Sebastian: “Oft wurde bei meinen Erfolgen in der zweiten Saisonhälfte von Überraschungen gesprochen, ich selbst wusste jedoch vor den Rennen, dass ich gut in Form bin. Da waren meine beiden Trainingskollegen Felix Schumann (2. Karstadt Callenge, 2.Titiesee) und Luke Dragsta (1.
Deutsche Meisterschaften Mitteldistanztriathlon) sehr gute Gradmesser, weil sie beide meiner Meinung nach zu den besten deutschen Radfahrern unter den Triathleten zählen. Der Deutsche Meistertitel in Titisee war dennoch eine Überraschung für mich. Nachdem ich in unserem einwöchigen Mountainbike-Camp gemerkt habe, dass ich auch im Gelände sehr gut zurecht komme, hatte ich schon mit einem zweiten oder dritten Platz hinter Andreas Böcherer spekuliert. Leider hatte Andi einen Defekt durch den er viel Zeit verloren hat. Es wäre sicherlich interessant gewesen, wenn er diesen Defekt nicht gehabt hätte, im nächsten Jahr wird das sicher eine spannende Angelegenheit. Aber auch ohne Andi war die Konkurrenz hochklassig und ich bin schon glücklich und ein wenig stolz, dass ich meine Top-Form an diesem Tag wirklich so gut abrufen konnte.”

R.W.: “Wie ich Dich kenne, hast Du diesen Erfolg mit Deinen Mannschaftskollegen zusammen auch entsprechend genossen?”

Sebastian: “Nach Titisee, der auch mein letzter Triathlon in dieser Saison war, habe ich jetzt zwei Wochen gelebt, wie das auch andere 21-jährige Zivis tun - Ralf Du weißt, das ich nicht nur hart kämpfen, sondern Erfolge auch entsprechend feiern kann, denn ich halte es für wichtig, den Sport nicht zu verbissen zu sehen und den Spaß dabei in den Vordergrund zu setzen. Und man muss gelegentlich auch mal die Füße hochlegen können. In so einer Wettkampf- und Trainingspause tanke ich neue Kraft für das nächste Wintertraining.”

R.W.: “Wie geht es bei Dir weiter, welche Ziele steckst Du Dir für die nahe Zukunft?”

Sebastian: “Ich beginne im Herbst in Karlsruhe mit meinem Physikstudium und ziehe mit drei Tri-Team-Heuchelberg-Kollegen in eine WG. Ich habe in Karlsruhe optimale Trainingsbedingungen, also hoffe ich, dass es weiter bergauf geht. Ich möchte mich vor allem im Laufen weiterentwickeln, da sehe ich bei noch großes Potential, da hier meine Leistungen in diesem Jahr stagniert haben. Beim Laufen muss ich wohl mehr Regelmäßigkeit ins Training bringen. Wenn ich daneben auch weiter meine Radform und meine Schwimmleistung steigern kann, dann freue ich mich schon auf die nächste Saison. Wichtig ist es aber erst einmal, gesund durch den Winter zu kommen.”

R.W.: “Sebastian, vielen Dank für das Interview und ein erfolgreiches Wintertraining. Viele werden Dir die Daumen drücken, wenn Du auch im nächsten Jahr wieder hochgehandelte Favoriten auseinander nimmst”

Steckbrief:

Alter: 21
Größe: 182 cm
Gewicht: 70 Kg
Triathlon & Dua: seit 1994
Team: Tri-Team Heuchelberg (1.Bundesliga)

Erfolge:

- 3. Deutsche Tria. 2003 (Jun)
- 3. BAWÜ Heidelberg 2004
- 2. Deutsche Dua. 2000 (Jun)
- 2. German Dua. 2004 (U23)
- 9. Dua. Europa 2003 (Jun)
- 17. Dua. Weltmeisterschaften 2004 (U23)
- 3. Platz Deutsche Duathlonmeisterschaften (U23)
- Baden-Württembergischer Triathlonmeister 2005
- 3. Platz Heidelbergman 2005
- Deutscher Meister Cross-Triathlon (Elite) 2005

Homepage: www.triteamheuchelberg.de 

   

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