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Michael Göhner
“Nachwuchs putzt Konkurrenz weg”
Ende April ist Michael Göhner
fremdgegangen. Und es hat ihm großen Spaß gemacht. Ein
schlechtes Gewissen plagte den Triathleten der TSG
Reutlingen dabei nicht. Ganz im Gegenteil. Die Freude war
riesig. Sein „Seitensprung“ endete mit dem deutschen
Meistertitel im Duathlon. In der Szene hat der Erfolg des
Jungstars für Furore gesorgt. Nicht nur der Ironman selbst
war überrascht. Es war sein erster deutscher Meistertitel
in einem Aktivenfeld.
Nun hat er direkt im Anschluss an dieses
erste Ausrufezeichen erst richtig die Szene aufgemischt,
als er erst in Erding die beiden Langstreckenstars Faris
Al-Sultan und Lothar Leder deutlich distanzierte und
Lothar Leder auch als Vorjahressieger des Kohler Haardman
ablöste und dabei etablierte Top-Triathleten, wie Swen
Sundberg, Timo Bracht, Lothar Leder und Steffen Liebetrau
schon fast beängstigend souverän besiegte. Damit ist
Ironman-Nachwuchshoffnung und Langstrecken-Kader-Mitglied
Michael Göhner innerhalb weniger Wochen in den Kreis der
ernsthaften Favoriten für den Ironman Frankfurt
aufgerückt.
Als Michael Göhner im Juli 2005 bei der
Quelle Challenge Roth als blutiger Amateur den fünften
Platz (in 8:21:34 h !!) belegte, kam bei dem
Nachwuchs-Triathleten erstmals so richtig der Gedanke auf,
ins Profi-Lager zu wechseln - um auszuloten, was möglich
ist. Erst 2003 zum Dreikampf aus schwimmen, laufen und Rad
fahren gewechselt, merkte der Bank-Angestellte schnell,
dass er seine hoch gesteckten Ziele nur als Profi
verwirklichen kann und machte Anfang 2006 sein
zeitintensives Hobby zum Beruf.
2004 hatte sich der Youngster in Zürich
nach langwieriger Verletzung bei seinem ersten
Ironman-Auftritt durch den Sieg in der Altersklasse prompt
für Hawaii qualifiziert. Wie es ist, ein Worldchampion zu
sein, durfte Michael Göhner bereits im selben Jahr bei
seinem Debüt auf Hawaii genießen. Damals siegte er in der
Altersklasse der 18- bis 24-Jährigen. Nach seinem zweiten
Auftritt beim Ironman Triathlon World Championship auf
Hawaii war dem jungen Schwaben Ende 2005 klar: ohne
deutlich größeren Trainingsaufwand wird es nicht nochmals
möglich sein, sich um mehr als 30 Minuten zu verbessern.
Die Entscheidung, Profi zu werden, war gefallen.
Seit Mitte April 2006 gehört Michael Göhner
auch dem neu ins Leben gerufenen Langdistanz-Kader der
Deutschen Triathlon Union an. In diesem Jahr haben die
Veranstalter des Frankfurter Sparkasse Ironman European
Championship und Michael Göhner eines gemeinsam: für beide
ist es ein Debüt. In der Triathlon begeisterten
Main-Metropole will sich der junge Schwabe für den
Saisonhöhepunkt auf Hawaii qualifizieren.
Der Jung-Profi ist laut Expertenmeinung die
deutsche Langstreckenhoffnung unter den Triathleten. „Ich
trainiere nicht wie ein Verrückter, um am Ende Zwanzigster
zu werden“, hat Michael Göhner einmal gesagt. Schließlich
ist da der große Traum: einmal auf dem obersten Treppchen
des Ironman Hawaii zu stehen. Wie einst eines seiner
großen Vorbilder, Thomas Hellriegel. Der erste deutsche
Sieger beim legendären Rennen auf der Pazifikinsel ist
„schuld“ daran, dass der ehemals erfolgreiche Leichtathlet
(Marathonbestzeit von 2:23:35 Stunden, deutscher
Straßenlauf-Meister der Junioren …) zum Triathlon
wechselte. 1997 verfolgte der Teenie noch vor dem
Fernseher, wie sein Idol den Triathlon-Olymp bestieg.
Dieser Titel ist auch das große Ziel von Michael Göhner.
Und wenn der Schwabe es genauso gründlich in Angriff nimmt
wie seine Landsleute die samstägliche Kehrwoche, dann muss
man sich nicht wundern, wenn er eines Tages die Konkurrenz
„wegputzt“.
Steckbrief
Geboren: 13. Juni 1980 in Reutlingen
Wohnort: Reutlingen-Sickenhausen
Größe: 1,85 m
Gewicht: 72 kg
Beruf: Triathlon-Profi
Verein: TSG Reutlingen
Größte sportliche Erfolge
2006:
1. Platz Kohler Haardman
1. Platz Triathlon Erding
1. Platz (Deutscher Duathlon-Meister) Backnang
2005:
3. Platz AK 25-29 Ironman Hawaii
5. Platz (Deutscher Meister Langdistanz M 25) Challenge
Roth
2. Platz (Deutscher Vize-Meister Mitteldistanz M 25)
Kulmbach
2. Platz Maxdorf (Mitteldistanz)
2. Platz Sprint-Triathlon Forst
2004:
1. Platz AK 18-24 Ironman Hawaii
1. Platz AK 18-24 Ironman Zürich
2. Platz LBS-Triathlonliga Baden-Württemberg mit der TSG
Reutlingen
Mehr Informationen über Michael Göhner gibt
es auf seiner Internetseite
www.michael-goehner.de
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