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Star des Monats

Matthias Nadas

“Comeback in der Weltspitze mit 13 Wochen Training”

Matthias Nadas ist zurück auf der Triathlonbühne auf Elba setzt der 28-jährige Mannheimer mit Rang drei ein Ausrufezeichen und bleibt auf schwerer Strecke unter neun Stunden. Hier ist sein Erlebnisbericht von einem ungewöhnlichen Rennen:

Pre-Race: 120 Starter hatten für die erste Auflage des Elbaman gemeldet und schon die geringe Teilnehmerzahl deutet auf ein sehr familiäres Rennen hin. Dennoch war das Starterfeld für ein zwei Wochen vor dem Ironman Hawaii angesetztes Langdistanzrennen sehr gut besetzt das hohe Preisgeld (insgesamt 25.000€) lockte neben der kompletten italienischen Langdistanzelite (Federico Girasole, Diego Gazzari, Gianpetro De Faveri) auch den Zweiten des Ironman Neuseeland 2002, Jonas Colting (Schweden), den Belgier Lucky Berlage (5. des Ironman Zürich 2004), den Australier Chip van Halen Slater (EJOT Team Buschhütten/ 6. des Ironman UK 2005) an den Start. Aus deutscher Sicht vertraten neben mir Josef Deisenbeck (Erding/ 12.) und Alfred Rahm (Amberg/ 13.) die deutschen Farben in den Top-20.

Das familiäre Flair wurde auch durch den ständigen Kontakt zu Organisator Marco Strotti ständig gepflegt. Wir wohnten in einem (in der Nebensaison günstigen) schönen Apartment nur 50 Meter von Start und Ziel entfernt, was das ganze Vor-Wettkampf-Geplänkel doch sehr angenehm machte. Dennoch zweifelte ich im Vorfeld, ob es den Organisatoren gelingen würde, einen guten Wettkampf zu organisieren, da zu Beginn vieles hakte. So war z.B. das Wettkampfbüro zu den angegebenen Zeiten nicht besetzt oder wurde die Pasta-Party ohne Ankündigung um fünf Stunden vorverlegt. Bei der Wettkampfbesprechung wurde uns mitgeteilt, dass die Strecke für den Verkehr komplett frei ist und selbst zehn Minuten vor dem Start konnte mir niemand 100% sicher die Schwimmstrecke erklären.

Doch allen Schwierigkeiten zum Trotz war das Rennen sehr gut organisiert. Am frühen Sonn-tagmorgen waren die Straßen in der ersten von zwei Radrunden noch frei, in der zweiten Runde sorgten die vielen Begleitmotorräder für einen fast reibungslosen Ablauf. Die Laufstrecke führte auf jeder der vier sehr zuschauerfreundlichen Runden jeweils zweimal an der Strandpromenade vorbei und durch die Stadt hindurch, war schnell und gut zu durchlaufen.

Alles in allem war der Elbaman ein sehr schönes Rennen mit großem Potential, da es dort landschaftlich sehr schön ist und der Zeitpunkt der Austragung meiner Ansicht nach nicht schlecht gewählt ist gerade für diejenigen, die nicht nach Hawaii wollen, aber trotzdem den ganzen Sommer über trainieren. Das darf aber nicht über viele Unzulänglichkeiten hinweg täuschen, die die Organisatoren bis zum nächsten Jahr ausmerzen müssen.

Während die Verpflegung beim Laufen absolut top war, gingen die Athleten beim Rad fahren trotz insgesamt sieben Aid-Stations oft leer aus. Glücklicherweise war es mit Temperaturen um die 20 Grad nicht besonders heiß, sodass dies die meisten Athleten mit der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme über die Runden kamen.

Probleme dürfte in Zukunft noch der rutschige Asphalt bereiten, der bei der Premiere zu zahlreichen Stürzen führte. Gerade wenn es leicht regnet ist es fast eine Kunst, auf dem kurvigen Parcours ohne Schürfwunden davon zu kommen. Als mangelhaft kann auch die Zielverpflegung und Massage bezeichnet werden. Insgesamt bleiben aber tolle Erinnerungen an dieses Rennen. Und nun noch kurz zu meinem persönlichen Wettkampf:

Schwimmen: Die zwei Runden in der wunderschönen Bucht von Marina di Campo hatten es ganz schön in sich. Hohe Wellen machten uns das Leben auf den 3,8 Kilometern schwer, zudem waren die kleinen Bojen nur schwer zu erkennen. Umso erfreuter war ich, dass ich mich in der Verfolgergruppe mit den topgesetzten Federico Girasole, Lucky Berlage und Joszef Major (Ungarn)

halten konnte und ohne viel Kraft zu verschwenden nach 55,13 Minuten wieder Land unter den Füßen hatte. Dennoch war der Abstand zum führenden Australier Chip van Halen Slater (46,38) und dem Top-Favoriten Jonas Colting (Schweden/ 49,33) deutlich, aber das kenne ich ja.

Rad fahren: Wie immer benötigte ich zehn Minuten, um meinen Rhythmus zu finden. Während sich in diesen Minuten noch einige der 120 Starter der Premierenauflage an mir vorbeischoben, war ich fortan nur noch auf der Überholspur. Die (laut Veranstalter flache) technisch sehr anspruchsvolle und mit rund 2000 Höhenmetern auch stark profilierte Rad-strecke lag mir sehr und so konnte ich mich mit der besten Radzeit (5:07,18) vorbei an Colting & Co bis auf den zweiten Platz vorarbeiten. Von anfangs zwölf auf zwei Minuten war der Rückstand zu Chippy Slater geschrumpft, als ich bei Kilometer 170 auf nach Nieselregen sehr rutschiger Strasse im letzten Ort wegrutschte und stürzte. Mein Profile-Aufsatz zerbrach, ich trug eine Prellung davon, konnte jedoch das Rennen fortsetzen und wechselte als Zweiter zum Laufen.

Laufen: Die Verpflegung auf dem Rad war eine Katastrophe zum Glück hatte ich für meinen kompletten Kohlenhydratbedarf selbst gesorgt und benötigte nur noch Wasser. An den Aid-Stations waren die freiwilligen Helfer teilweise völlig überfordert und so musste ich lange Zeit ohne Wasser auskommen. Dadurch bekam ich auf der ersten Hälfte des Marathons Magenprobleme und musste viermal in die Büsche. Colting zog gleich zu Beginn des vier Runden-Laufkurses mit einem Höllentempo (2:44,15) an mir und später auch an Slater vorbei. Dennoch gelang mir mit 2:57,21 nach starker zweiter Marathonhälfte ein gelungener Abschluss. Slater (8:54,15) konnte ich nicht mehr einholen, den viertplatzierten Joszef Major (9:09,30) aber deutlich auf Distanz halten und so erreichte ich nach 8:59,52 sehr erfreut als Dritter und bester Deutscher das Ziel.

Homepage: www.trizeit.de 

   

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