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Glück allein. So oder so ähnlich fühlt Jupp
beim täglichen Blick aus dem Fenster seines nagelneu
eingerichteten Büros bei seinem neuen Arbeitgeber in der
pfälzischen Industriemetropole.
Das Problem ist dabei nur, dass er auf der Seite des
Fensters sitzt, durch das die Sonne in den Büroraum herein
scheint. Kurz: er muss arbeiten, malochen, schuften, sich
krumm legen für einen kargen Lohn, für den sich früher
sogar Sklaven geweigert hätten, sich morgens von ihrem
Strohlager zu erheben.
Aber so ist das eben, wenn man erst den Arbeitgeber
gewechselt hat, bekommt man keinen Urlaub und man muss
arbeiten, malochen…Jupp seufzt. Das hatten wir ja schon.
Allerdings befindet er sich auch nur noch wenige
Zentimeter von einer AT-Position entfernt. Er muss nur
noch zwei Kollegen ausstechen, na ja, einen Kollegen und
eine Kollegin.
Aber Jupp ist ja gedanklich schon ein
Schritt weiter. Er beschäftigt sich nur mit dem Kollegen.
Die Frau zählt nicht. Was soll die schon können? Man merkt
doch in jeder Sekunde, wie konzeptionslos sie agiert. Sie
versucht dann alles zu verheimlichen, in dem sie morgens
als Erste in der Abteilung mit der Arbeit anfängt und spät
abends mit dem Boss wieder verschwindet. Lächerlich. Die
schiebt nur Überstunden und will sich beim Chef
einschleimen. Dass sie beim Chef auch mehr erreichen
könnte, wenn sie zusammen Feierabend machen, darauf kommt
unser cleverer Mehrkämpfer natürlich nicht. Dies ist aber
auch nicht Aufgabe des beobachtenden Berichterstatters…der
werte Leser möge sich hierzu einem anderen Magazin seiner
Wahl zuwenden…
Jedenfalls hat ihn besagte Kollegin schon
an seinem ersten Arbeitstag in der neuen Firma derart
abgepinselt, dass er wusste, dass sie bei ihm nie würde
landen können. Im Gegenteil, ihm war sofort klar geworden,
dass er sie platt walzen würde. Jetzt war genau der
richtige Zeitpunkt.
Er hatte seine Quartalszahlen für den
Zeitraum November bis Januar perfekt aufbereitet und ist
auf dem Weg zum Büro seines Chefs. Ohne der
Sekretariats-Schnepfe Beachtung zu schenken, strebt er
durch die Tür des Mannes, der schnell erkannt hat, wie
wichtig Jupp für die Firma ist. Voller Elan reißt Jupp die
schwere Bürotür auf, das laute Zetern des Vorzimmerdrachen
verdrängend, und ruft laut aus:
„Moin Chef, hier sind die neuesten Quartalszahlen, die…“
der Rest des Satzes bleibt Jupps ewiges Geheimnis.
Fassungslos starrt er auf die Szenerie vor sich. Um den
kleinen Konferenztisch in der Ecke des Büros haben sich
sein Chef, sein Kollege – den er schon längst überholt hat
– und die zu zerschmetternde Zicke versammelt. In der
Mitte des Tisches drohnt ein großes Notebook.
Sein Chef schaut unwillig vom Bildschirm
auf und fährt Jupp gehörig in die Parade.
„Ach Meier, sind Sie auch schon da. Das Meeting hat vor
knapp 15 Minuten begonnen. Wissen Sie was, Meier? Ich
hasse Unpünktlichkeit. Aber Sie sind neu hier, das ist die
einzige Entschuldigung, die ich Ihnen zu Gute halte. Aber
nochmals kommen Sie damit nicht durch, das verspreche ich
Ihnen. Ich werde Sie im Auge behalten. Und nun kommen Sie
her und hören dem Vortrag von Frau Wischnewski gut zu. Von
ihr können Sie noch eine Menge lernen.“
Jupp geht mit hängenden Schultern zum
Konferenztisch. Das hatte er sich aber ganz anders
vorgestellt. Er spürt den triumphierenden Blick seiner
Konkurrentin. Na warte, denkt er sich und strafft die
schmalen Schultern und schwellt die schmächtige Brust. Dir
werde ich es schon noch zeigen.
So ist er, unser Jupp. Er wäre nicht der
Jupp, wenn er sofort klein beigeben würde.
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