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Jupp der Eirenmän - Hero von nebenan

 

Sonnenschein!!!
Februar 2008 - by Oliver Keck

Glück allein. So oder so ähnlich fühlt Jupp beim täglichen Blick aus dem Fenster seines nagelneu eingerichteten Büros bei seinem neuen Arbeitgeber in der pfälzischen Industriemetropole.
Das Problem ist dabei nur, dass er auf der Seite des Fensters sitzt, durch das die Sonne in den Büroraum herein scheint. Kurz: er muss arbeiten, malochen, schuften, sich krumm legen für einen kargen Lohn, für den sich früher sogar Sklaven geweigert hätten, sich morgens von ihrem Strohlager zu erheben.
Aber so ist das eben, wenn man erst den Arbeitgeber gewechselt hat, bekommt man keinen Urlaub und man muss arbeiten, malochen…Jupp seufzt. Das hatten wir ja schon. Allerdings befindet er sich auch nur noch wenige Zentimeter von einer AT-Position entfernt. Er muss nur noch zwei Kollegen ausstechen, na ja, einen Kollegen und eine Kollegin.

Aber Jupp ist ja gedanklich schon ein Schritt weiter. Er beschäftigt sich nur mit dem Kollegen. Die Frau zählt nicht. Was soll die schon können? Man merkt doch in jeder Sekunde, wie konzeptionslos sie agiert. Sie versucht dann alles zu verheimlichen, in dem sie morgens als Erste in der Abteilung mit der Arbeit anfängt und spät abends mit dem Boss wieder verschwindet. Lächerlich. Die schiebt nur Überstunden und will sich beim Chef einschleimen. Dass sie beim Chef auch mehr erreichen könnte, wenn sie zusammen Feierabend machen, darauf kommt unser cleverer Mehrkämpfer natürlich nicht. Dies ist aber auch nicht Aufgabe des beobachtenden Berichterstatters…der werte Leser möge sich hierzu einem anderen Magazin seiner Wahl zuwenden…

Jedenfalls hat ihn besagte Kollegin schon an seinem ersten Arbeitstag in der neuen Firma derart abgepinselt, dass er wusste, dass sie bei ihm nie würde landen können. Im Gegenteil, ihm war sofort klar geworden, dass er sie platt walzen würde. Jetzt war genau der richtige Zeitpunkt.

Er hatte seine Quartalszahlen für den Zeitraum November bis Januar perfekt aufbereitet und ist auf dem Weg zum Büro seines Chefs. Ohne der Sekretariats-Schnepfe Beachtung zu schenken, strebt er durch die Tür des Mannes, der schnell erkannt hat, wie wichtig Jupp für die Firma ist. Voller Elan reißt Jupp die schwere Bürotür auf, das laute Zetern des Vorzimmerdrachen verdrängend, und ruft laut aus:
„Moin Chef, hier sind die neuesten Quartalszahlen, die…“ der Rest des Satzes bleibt Jupps ewiges Geheimnis. Fassungslos starrt er auf die Szenerie vor sich. Um den kleinen Konferenztisch in der Ecke des Büros haben sich sein Chef, sein Kollege – den er schon längst überholt hat – und die zu zerschmetternde Zicke versammelt. In der Mitte des Tisches drohnt ein großes Notebook.

Sein Chef schaut unwillig vom Bildschirm auf und fährt Jupp gehörig in die Parade.
„Ach Meier, sind Sie auch schon da. Das Meeting hat vor knapp 15 Minuten begonnen. Wissen Sie was, Meier? Ich hasse Unpünktlichkeit. Aber Sie sind neu hier, das ist die einzige Entschuldigung, die ich Ihnen zu Gute halte. Aber nochmals kommen Sie damit nicht durch, das verspreche ich Ihnen. Ich werde Sie im Auge behalten. Und nun kommen Sie her und hören dem Vortrag von Frau Wischnewski gut zu. Von ihr können Sie noch eine Menge lernen.“

Jupp geht mit hängenden Schultern zum Konferenztisch. Das hatte er sich aber ganz anders vorgestellt. Er spürt den triumphierenden Blick seiner Konkurrentin. Na warte, denkt er sich und strafft die schmalen Schultern und schwellt die schmächtige Brust. Dir werde ich es schon noch zeigen.

So ist er, unser Jupp. Er wäre nicht der Jupp, wenn er sofort klein beigeben würde.

 

 

 

 

 

 

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