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Jupp war
zufrieden. Mit sich selbst, seiner Umwelt und überhaupt.
Obwohl die letzten Monate alles andere als leicht für ihn
waren. So hatte sich doch tatsächlich seine Frau von ihm
getrennt und war mit seinem Nachbarn und
Lieblingskonkurrent einfach durchgebrannt. Wer war das
doch gleich noch mal??? Egal.
Jupp
hatte sich neu orientiert. Stellenwechsel. Ortswechsel.
Alles unter dem Gesichtspunkt optimaler Bedingungen.
Immerhin wechselte er nun die Alterklasse und wollte allen
beweisen, dass er in der AK55 noch immer mit diesem Thomas
Höllengel mithalten konnte. Wäre doch gelacht.
So
befand sich ein Baggersee unmittelbar neben seiner
Haustür. In nur zwei Minuten war er dort gemütlich hin
spaziert. Nicht auszudenken, wenn er dahin laufen würde.
Aber dafür umziehen??? Nee, ein bisschen Entspannung
musste schon sein. Jupp hatte sich fest vorgenommen, im
Sommer vor der Arbeit die erste Einheit des Tages vor der
Arbeit zu absolvieren, die zweite würde unmittelbar
folgen, wenn er ins Geschäft traben würde. Jupp grinste
bei dem Gedanken. Ja, traben war der richtige Ausdruck.
Mit dieser ihm eignen Art der Fortbewegung konnte es
niemand aufnehmen. Er hatte hier im lokalen Stadtpark in
dieser Kleinstadt schon ein paar Rentner aufgelaufen und
gnadenlos versenkt. Er hatte noch ihren hechelnden Atem
und leise Flüche vernommen, aber nur kurz. Dann war er für
sie nur noch von hinten zu sehen. Kerzengerade Haltung,
geschwellte Brust – wichtig. Unendlich wichtig, damit die
gleich wussten, wo der Bartel zukünftig den Most herholt.
Womit
klar sein dürfte, wohin es den guten Jupp verschlagen hat
– in die sonnige Pfalz. Und da es auch in der Pfalz sonnig
ist, aber viel zu kalt zum Radfahren – wozu auch, bis
Frankfurt ist ja noch so viel Zeit – beschloss Jupp sich
gleich mal richtig abzuhärten und ging schwimmen. Gut, das
machen viele Triathleten im Winter, aber eben nicht im
nahegelegenen Baggersee. Jupp hatte sich zu Weihnachten
einen nagelneuen „Punkt,Komma,Strich“-Schwimmeinteiler
gegönnt, der neben viel Auftrieb, einer perfekten
Wasserlage, einem enormen Geschwindigkeitszuwachs eben
auch eine wärmende Isolation versprach. Unser Eiermän
vergaß dabei nur, dass die Gliedmaßen eben nicht geschützt
waren. So schaffte es Jupp zwar noch, mit einem Sprung auf
die Eisfläche ebenso jene zum Bersten zu bringen – böse
Zungen würden nun behaupten, er habe zu viele Lebkuchen
verdrückt – aber zum Schwimmen kam er dennoch nicht.
Sobald sein großer Zeh mit dem kalten Nass in Berührung
kam, erstarrte der Astralkörper des guten Jupp. Wie eine
antike Marmorstatur eines sagenumwobenen Helden versank er
in den Fluten.
Gut, man
kann sagen, ein Glück, dass die Feuerwehr gerade an diesem
Tag am gegenüberliegenden, nicht weit entfernten Ufer eine
Übung abhielt. Die Rettungstaucher waren sofort zur Stelle
und sorgten dafür, dass wir auch demnächst weitere
Geschichten über Jupps Training lesen können.
Jedenfalls beschloss Jupp nach den anschließenden zwei
Wochen mit Fieber und Schüttelfrost erst einmal mit dem
Auto in die Firma mit den vier großen Buchstaben zur
Arbeit zu fahren. Man muss ja nichts übertreiben.
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