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Hydrophil packt aus

 

Deutsche Hochschulmeisterschaften in Senftenberg – der Mann mit dem Hammer ist zurück!
Juni 2007 - by Philipp Herold

Diesen Sonntag war ich mit Teichi im Nahen Osten unterwegs … also Sachsen und so: Nachdem ich also an Teichis Fersen mit Triathlon begonnen habe und von seiner Pionierarbeit an der Uni profitieren (er ist 2 Semester über mir) konnte, folge ich ihm nun in seine Heimat zu Sport-Events.

In Niemtsch bei Senftenberg bei Cottbus wurde einmal wieder das Ausdauer-Extra ausgetragen. Darin enthalten sind Triathlons (oder Triathlone, wie ist da die herrschende Meinung?) über Sprint- und olympische Distanz, und ein Sprint-Quadrathlon (750 m Schwimmen, 20 km Radeln, 4 km Kajak, 5 km Lauf – wem das verständlicher Weise neu ist). Und natürlich zu jedem Wettkampf auch noch die Staffel-Version. Ne Menge Holz also.

Ich entschied mich für den olympischen Triathlon, hier ausgetragen als Deutsch-Polnische-Hochschulmeisterschaft. Jepp, die Polen waren da. Und seid ich die Truppe am Vorabend habe anreisen sehen, mit Material zum Beneiden, Waden zum blass werden und einem ganzen Stab von Trainern & Begleitern, kann ich den Witz über den Polnischen Nationalsport nur noch mit klappernden Zähnen erzählen (Triathlon: zu Fuß ins Schwimmbad, mit dem Rad wieder zurück…) Echt ein cooles Erlebnis, mal etwas internationalen Flair auf dem Wettkampf zu haben. Alle Ausschreibungen zweisprachig, Übersetzungsprobleme hier und da (die Orga klappte trotzdem einwandfrei) und diverse vorsichtige Versuche sich zu unterhalten.

Nachdem wir morgens ausschlafen konnten (Start war erst um 12) und die ganze Vorbereitung sehr locker angehen konnten, wurde ich beim Start beinahe überrascht: Die  Veranstalter wollten ehrenhafter Weise wieder Frühstarts unterbinden, ein Vorhaben, dass wohl von allen Aktiven genauso belächelt wie ignoriert wird. Nicht so hier, das Kommando lautete „Start innerhalb der nächsten 30sec!“. Und während mein Nachbar vor sich hin murmelte „29 … 28 …“, dachte ich mir noch „Eigentlich wäre er blöd, jetzt mit dem Kommando zu lange zu wart…“ –Peng, da war die Startpistole und ab ging die Post. Und wie sie abging. Von wegen DHM und Akademiker und alles gesittet. Die Prügelei war ja bald wilder als in der Liga. Na ja, waren ja auch Sportstudenten und Starter von Bundeswehr-Universität und Polizei-Hochschule da ;o)

Da die Schwimmstrecke über 2 Runden ging, auf denen man kurz am Strand entlang schwimmen musste, hielt ich es nach 700m für eine große Idee, im flachen Wasser Delfinsprünge zu machen. Pustekuchen – zwar konnte ich damit etwas von meiner bisherigen Gruppe weg, aber beim Weiterschwimmen wollte ich nicht mehr sein. Ich war dermaßen platt von dem bisschen Hüpfen, dass ich nur noch auf ankommen Schwimmen konnte. Nichts desto trotz habe ich die Sprünge auch beim Ausstieg tapfer durchgezogen.

Nun hätte ich das Radeln eigentlich gut zum erholen brauchen können. Die 10 km lange, topfebene Quasi-Wendepunkt-Runde (am einen Ende drehten wir um einen Teich, am anderen um einen Häuserblock) wäre eigentlich auch dazu geeignet gewesen. Aber nix da: Zähne in den Lenker und ab. Wenigstens das Radtraining zeigte Wirkung, für meine Verhältnisse jede Menge Druck im Pedal und der Puls immer im Komfort-Bereich (Warum bitte kann ich mich nie quälen, wenn ich alleine Radlen muss?!) Hier mal ein kleines Bild zur Belohnung fürs viele Lesen: Die Beißschiene (wie man sie auch von Boxern kennt) an meinem Aero-Lenker. Ich will nicht wissen, was passieren würde, wenn ich während der Fahrt das „Press“-Schildchen an meiner Tachohalterung lesen könnte Hrhrhr

Als es dann auf die Laufstrecke ging, ließ mich ein Blick auf die Uhr neue
Kraft schöpfen: Wenn ich meine Trainingsergebnisse abrufen kann, schlage ich gleich bei meiner ersten olympsichen dieses Jahr unter 2h ein. Die Zeichen standen gut. 5 Runden zu laufen, das ist nicht zu weit und auch zählbar und eine flache Strecke am See entlang. 1 k hin – Wendepunkt – 1 k zurück – Wendepunkt - … Am Anfang sind diese Wendepunkte nur nervig, in der Dritten Runde wollte ich danach schon nicht mehr Antreten und zum Schluss wollte ich einfach nicht mehr sein: Platt, Krämpfe, Schweiß in den Augen, Magensäure im Rachen. Es geht wieder. Der Mann mit dem Hammer kam erbarmungslos, aber diesmal konnte ich mitspielen. www.SelberInDieFresseHauen.de – da war es wieder. Das Sub2-Ziel zwar verpasst, aber ehrlich gekämpft. Olli (auch genannt Coach, Masterchief oder Sonne) hatte zwar vorausgesagt, dass ich zu müde sein würde, um mein Lauftempo durchzuhalten, aber wenigstens haben wir meine mentale Form wieder hinbekommen^^

Später am Tag wurde Teichi dann vierter bei der Quadrathlon EM, auf der Bühne umgeben vom halben Tschechischen Nationalkader. Man kann diesen 4-Kampf sicher als Rand-Rand-Sport bezeichnen. Die Jungs (und Mädels) sind zwar wenige, aber nicht minder schnell unterwegs. Ich wollte da nicht mitmischen müssen. Mehr dazu aber bei den Dingen, die ich an diesem Wochenende gelernt habe.

Abends gab’s dann noch die ehrlich verdiente Strandparty, von der wir leider nicht mehr allzu viel mitbekamen. So aufwendig Triathlon- (und insbesondere Quadrathlon-) Wettkämpfe auch sein mögen, so billig ist der Suff danach.

Was ich an diesem langen Wochenende so gelernt zu haben glaube:

Rand-Rand-Sport – eine Homage an die Helden der 4. Disziplin
Diesmal meine ich nicht den Wechsel im Triathlon, sonder das Paddeln im Quadrathlon mit 4. Disziplin. Dieses Wochenende wurde mir die Ehre zu teil, die Europa-Spitze dieses noch Blutjungen Sportes kennen zu lernen. Eine nette Familie, ähnlich wie der Club der Masters, in den mich Andi in Osnabrück eingeführt hat. Man kennt sich, man hilft sich, man feuert sich an. Und die Leistung ist schon beeindruckend. Nicht nur die Split-Zeiten, die die Jungs da vorne wegdrücken, auch das Paddeln ist nicht so einfach. Als grobmotorischer Triathlet habe ich einmal mit Teichi Paddeln trainiert – bis heute weiß ich nicht, ob das mehr Paddeln oder mehr Schwimmen war. In den schmalen Rennboten zu balancieren ist eine Kunst für sich. Dabei noch schnell zu sein und eigentlich überkreuz zu schauenvor lauter Laktat kann ich mir kaum vorstellen.

Quadrathlon-Domino
So schwer wie ich das Balancieren eben beschrieben habe, ist es auch. Und fällt mal ein Athelet ins Wasser, kommt das DLRG-Boot und setzt ihn wieder auf. Nu ist das DLRG aber motorisiert und macht Wellen. Diese Wellen werfen dann die nächsten Armen ins Wasser und das Spiel beginnt von neuem … Nicht nett.

Potpotpot
Als Zuschauer bin ich mir nie so sicher, wie man eigentlich richtig gut anfeuert. Es soll ja schon irgendwie treiben, aber nicht quälen, sondern motivieren. Dabei will man den Athleten erreichen, aber sich nicht öffentlich lächerlich machen. Und schließlich die Wortwahl. Was von dem Gesagten dringt durch bis ins Rückenmark (letzte Funktionierende Nervenstränge) der Starter? Dabei habe ich die Tschechen immer „Potpotpot“ rufen hören (das t wird weich gesprochen, also ähnlich wie „Putputput“ auf der Hühnerfarm) – klingt gut finde ich, wird beibehalten!

400m Bahn kann abwechslungsreich sein
Flache und einfache Streckenverläufe sind ja schon eine chice Sache. Während des Wettkampfes ist man ja auch nicht anspruchsvoll, was die Gegend angeht. Aber 10 mal 1000m geradeaus durch die Hecken?! Das ist hart! Dagegen ist die Aussicht auf der 400m Bahn bei den Leichtathleten ne Attraktion…

Dünnpfiff
Letzte Woche waren wir mit den Pfadfindern auf Zeltlager. Ja, so richtig mit Kochen über offenem Feuer, Stationsspielen im Wald und Nachtwanderung. Leider auch mit dabei: Influenca vulgaris – ab dem dritten Tag ging der Flotte Otto um. Nicht so toll, wenn so kurz vor einem Wettkampf alle Elektrolyte flöten gehen und die Flüssigkeit gleich mit. Aber hey, think positive: So konnte ich im letzten Moment noch mein Wettkampfgewicht erreichen…

Und während ich mir fleißig Frubiase-Mineralien zugeführt habe und so halt bei Kilometer 7 mit Krämpfen zu tun bekam, lagen meine Mit-Leiter noch genesender weise im Bett. 2:0 würde ich sagen.

A3K
Auf dem Trip nach Sachsen habe ich natürlich auch etwas Lokalcholorid abbekommen. Besser, Teichi hat mir etwas Geschichtsunterricht gegeben. Für mich neu: Weil Triathlon so eine fiese Wessi-Erfindung war, wie der Schoko-Weihnachtsmann, haben sich unsere „polisportiven“ Landsleute einen kleinen Work-Around geschaffen. A3K ist weder eine Beleidigungs-Floskel für Chatter, noch ein neues Produktionssystem aus Asien. A3K steht einfach für Ausdauer-Dreikampf.

 

Leistung defekt - platt - Luft raus?

 

 

 

 

 

 

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