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Diesen Sonntag war ich mit Teichi im Nahen
Osten unterwegs … also Sachsen und so: Nachdem ich also an
Teichis Fersen mit Triathlon begonnen habe und von seiner
Pionierarbeit an der Uni profitieren (er ist 2 Semester
über mir) konnte, folge ich ihm nun in seine Heimat zu
Sport-Events.
In Niemtsch bei Senftenberg bei Cottbus
wurde einmal wieder das Ausdauer-Extra ausgetragen. Darin
enthalten sind Triathlons (oder Triathlone, wie ist da die
herrschende Meinung?) über Sprint- und olympische Distanz,
und ein Sprint-Quadrathlon (750 m Schwimmen, 20 km Radeln,
4 km Kajak, 5 km Lauf – wem das verständlicher Weise neu
ist). Und natürlich zu jedem Wettkampf auch noch die
Staffel-Version. Ne Menge Holz also.
Ich entschied mich für den olympischen
Triathlon, hier ausgetragen als
Deutsch-Polnische-Hochschulmeisterschaft. Jepp, die Polen
waren da. Und seid ich die Truppe am Vorabend habe
anreisen sehen, mit Material zum Beneiden, Waden zum blass
werden und einem ganzen Stab von Trainern & Begleitern,
kann ich den Witz über den Polnischen Nationalsport nur
noch mit klappernden Zähnen erzählen (Triathlon: zu Fuß
ins Schwimmbad, mit dem Rad wieder zurück…) Echt ein
cooles Erlebnis, mal etwas internationalen Flair auf dem
Wettkampf zu haben. Alle Ausschreibungen zweisprachig,
Übersetzungsprobleme hier und da (die Orga klappte
trotzdem einwandfrei) und diverse vorsichtige Versuche
sich zu unterhalten.
Nachdem wir morgens ausschlafen konnten
(Start war erst um 12) und die ganze Vorbereitung sehr
locker angehen konnten, wurde ich beim Start beinahe
überrascht: Die Veranstalter wollten ehrenhafter
Weise wieder Frühstarts unterbinden, ein Vorhaben, dass
wohl von allen Aktiven genauso belächelt wie ignoriert
wird. Nicht so hier, das Kommando lautete „Start innerhalb
der nächsten 30sec!“. Und während mein Nachbar vor sich
hin murmelte „29 … 28 …“, dachte ich mir noch „Eigentlich
wäre er blöd, jetzt mit dem Kommando zu lange zu wart…“
–Peng, da war die Startpistole und ab ging die Post. Und
wie sie abging. Von wegen DHM und Akademiker und alles
gesittet. Die Prügelei war ja bald wilder als in der Liga.
Na ja, waren ja auch Sportstudenten und Starter von
Bundeswehr-Universität und Polizei-Hochschule da ;o)
Da die Schwimmstrecke über 2 Runden ging,
auf denen man kurz am Strand entlang schwimmen musste,
hielt ich es nach 700m für eine große Idee, im flachen
Wasser Delfinsprünge zu machen. Pustekuchen – zwar konnte
ich damit etwas von meiner bisherigen Gruppe weg, aber
beim Weiterschwimmen wollte ich nicht mehr sein. Ich war
dermaßen platt von dem bisschen Hüpfen, dass ich nur noch
auf ankommen Schwimmen konnte. Nichts desto trotz habe ich
die Sprünge auch beim Ausstieg tapfer durchgezogen.
Nun hätte ich das Radeln eigentlich gut zum
erholen brauchen können. Die 10 km lange, topfebene
Quasi-Wendepunkt-Runde (am einen Ende drehten wir um einen
Teich, am anderen um einen Häuserblock) wäre eigentlich
auch dazu geeignet gewesen. Aber nix da: Zähne in den
Lenker
und ab. Wenigstens das Radtraining zeigte Wirkung, für
meine Verhältnisse jede Menge Druck im Pedal und der Puls
immer im Komfort-Bereich (Warum bitte kann ich mich nie
quälen, wenn ich alleine Radlen muss?!) Hier mal ein
kleines Bild zur Belohnung fürs viele Lesen: Die
Beißschiene (wie man sie auch von Boxern kennt) an meinem
Aero-Lenker. Ich will nicht wissen, was passieren würde,
wenn ich während der Fahrt das „Press“-Schildchen an
meiner Tachohalterung lesen könnte Hrhrhr
Als es dann auf die Laufstrecke ging, ließ
mich ein Blick auf die Uhr neue
Kraft schöpfen: Wenn ich meine Trainingsergebnisse abrufen
kann, schlage ich gleich bei meiner ersten olympsichen
dieses Jahr unter 2h ein. Die Zeichen standen gut. 5
Runden zu laufen, das ist nicht zu weit und auch zählbar
und eine flache Strecke am See entlang. 1 k hin –
Wendepunkt – 1 k zurück – Wendepunkt - … Am Anfang sind
diese Wendepunkte nur nervig, in der Dritten Runde wollte
ich danach schon nicht mehr Antreten und zum Schluss
wollte ich einfach nicht mehr sein: Platt, Krämpfe,
Schweiß in den Augen, Magensäure im Rachen. Es geht
wieder. Der Mann mit dem Hammer kam erbarmungslos, aber
diesmal konnte ich mitspielen.
www.SelberInDieFresseHauen.de – da war es wieder. Das
Sub2-Ziel zwar verpasst, aber ehrlich gekämpft. Olli (auch
genannt Coach, Masterchief oder Sonne) hatte zwar
vorausgesagt, dass ich zu müde sein würde, um mein
Lauftempo durchzuhalten, aber wenigstens haben wir meine
mentale Form wieder hinbekommen^^
Später am Tag wurde Teichi dann vierter bei
der Quadrathlon EM, auf der Bühne umgeben vom halben
Tschechischen Nationalkader. Man kann diesen 4-Kampf
sicher als Rand-Rand-Sport bezeichnen. Die Jungs (und
Mädels) sind zwar wenige, aber nicht minder schnell
unterwegs. Ich wollte da nicht mitmischen müssen. Mehr
dazu aber bei den Dingen, die ich an diesem Wochenende
gelernt habe.
Abends gab’s dann noch die ehrlich
verdiente Strandparty, von der wir leider nicht mehr allzu
viel mitbekamen. So aufwendig Triathlon- (und insbesondere
Quadrathlon-) Wettkämpfe auch sein mögen, so billig ist
der Suff danach.
Was ich an diesem langen Wochenende so
gelernt zu haben glaube:
Rand-Rand-Sport – eine Homage an die
Helden der 4. Disziplin
Diesmal meine ich nicht den Wechsel im Triathlon, sonder
das Paddeln im Quadrathlon mit 4. Disziplin. Dieses
Wochenende wurde mir die Ehre zu teil, die Europa-Spitze
dieses noch Blutjungen Sportes kennen zu lernen. Eine
nette Familie, ähnlich wie der Club der Masters, in den
mich Andi in Osnabrück eingeführt hat. Man kennt sich, man
hilft sich, man feuert sich an. Und die Leistung ist schon
beeindruckend. Nicht nur die Split-Zeiten, die die Jungs
da vorne wegdrücken, auch das Paddeln ist nicht so
einfach. Als grobmotorischer Triathlet habe ich einmal mit
Teichi Paddeln trainiert – bis heute weiß ich nicht, ob
das mehr Paddeln oder mehr Schwimmen war. In den schmalen
Rennboten zu balancieren ist eine Kunst für sich. Dabei
noch schnell zu sein und eigentlich überkreuz zu
schauenvor lauter Laktat kann ich mir kaum vorstellen.
Quadrathlon-Domino
So schwer wie ich das Balancieren eben beschrieben habe,
ist es auch. Und fällt mal ein Athelet ins Wasser, kommt
das DLRG-Boot und setzt ihn wieder auf. Nu ist das DLRG
aber motorisiert und macht Wellen. Diese Wellen werfen
dann die nächsten Armen ins Wasser und das Spiel beginnt
von neuem … Nicht nett.
Potpotpot
Als Zuschauer bin ich mir nie so sicher, wie man
eigentlich richtig gut anfeuert. Es soll ja schon
irgendwie treiben, aber nicht quälen, sondern motivieren.
Dabei will man den Athleten erreichen, aber sich nicht
öffentlich lächerlich machen. Und schließlich die
Wortwahl. Was von dem Gesagten dringt durch bis ins
Rückenmark (letzte Funktionierende Nervenstränge) der
Starter? Dabei habe ich die Tschechen immer „Potpotpot“
rufen hören (das t wird weich gesprochen, also ähnlich wie
„Putputput“ auf der Hühnerfarm) – klingt gut finde ich,
wird beibehalten!
400m Bahn kann abwechslungsreich sein
Flache und einfache Streckenverläufe sind ja schon eine
chice Sache. Während des Wettkampfes ist man ja auch nicht
anspruchsvoll, was die Gegend angeht. Aber 10 mal 1000m
geradeaus durch die Hecken?! Das ist hart! Dagegen ist die
Aussicht auf der 400m Bahn bei den Leichtathleten ne
Attraktion…
Dünnpfiff
Letzte Woche waren wir mit den Pfadfindern auf Zeltlager.
Ja, so richtig mit Kochen über offenem Feuer,
Stationsspielen im Wald und Nachtwanderung. Leider auch
mit dabei: Influenca vulgaris – ab dem dritten Tag ging
der Flotte Otto um. Nicht so toll, wenn so kurz vor einem
Wettkampf alle Elektrolyte flöten gehen und die
Flüssigkeit gleich mit. Aber hey, think positive: So
konnte ich im letzten Moment noch mein Wettkampfgewicht
erreichen…
Und während ich mir fleißig
Frubiase-Mineralien zugeführt habe und so halt bei
Kilometer 7 mit Krämpfen zu tun bekam, lagen meine
Mit-Leiter noch genesender weise im Bett. 2:0 würde ich
sagen.
A3K
Auf dem Trip nach Sachsen habe ich natürlich auch etwas
Lokalcholorid abbekommen. Besser, Teichi hat mir etwas
Geschichtsunterricht gegeben. Für mich neu: Weil Triathlon
so eine fiese Wessi-Erfindung war, wie der
Schoko-Weihnachtsmann, haben sich unsere „polisportiven“
Landsleute einen kleinen Work-Around geschaffen. A3K ist
weder eine Beleidigungs-Floskel für Chatter, noch ein
neues Produktionssystem aus Asien. A3K steht einfach für
Ausdauer-Dreikampf.
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