|
An dieser Stelle muss ich die Weisheit über
die Wirksamkeit von Training, dass Sport da begänne, wo er
anfinge weh zu tun, doch mal relativieren.
Dieser Tage war mal wieder rumrollern à la
lang und locker angesagt. Für was soll das denn gut sein?
Unabhängig vom zweifelhaften Mehrwert der körperlichen
Ertüchtigung kamen wir zumindest ins Sinnieren über unsere
Umwelt.
Wie naturverbunden insbesondere
Rennradfahrer letztendlich sind, unabhängig davon, dass
sie sich ständig darin bewegen wollen wir mal dezent
übergehen. Aber an der CO2-Debatte kommt dieser Tage
keiner vorbei. Hier nun die Ergebnisse unserer „Discorsi“.
Die Gasproduktion eines durchschnittlichen
Rennradlers wird leicht unterschätzt. Gerade in den oberen
Pulsbereichen, in denen man sich ja am liebsten und am
meisten aufhält, ist auch die Atemfrequenz sehr
beachtlich. Von anderen Ausgasungen, beispielsweise
verdauungsbedingt, wollen wir an dieser Stelle mal
absehen.
Gut, nehmen wir zum Vergleich die
Emissionen anderer Fortbewegungsmittel. Das Auto zum
Beispiel: Die Jungs von Porsche haben ausgerechnet, dass
ihre Schlitten die geringsten Emissionen pro PS haben –
fiese Quote für einen Biker.
Überhaupt haben wir diese einfachen Zahlen
als unzureichend empfunden. Viel mehr müssten wir
versuchen, den ökologischen Rucksack eines Radfahrers zu
packen. Was klingt wie ein plattes Spiel für
Kindergeburtstage ist hohe wissenschaftliche Methode. Es
geht darum die Umweltbelastung über die gesamte
Wertschöpfungskette bis hin zum fertigen Biker am Berg zu
erfassen.
Dazu zählt zum Beispiel die Herstellung des
Rades selbst, die zur Körperbedeckung verwendete
Synthetik, die Folie der Energieriegel und allem voran der
liquide Sondermüll Namens Aufwärmöl, der die Waden so
glänzen lässt. All diese Faktoren lassen einen Berg von
Emissionen entstehen, der mal locker über 8% Steigung hat.
An diesem Punkt sind wir soweit zu sagen,
es wäre sinnvoll das Rad in Zukunft stehen zu lassen und
die Sonntagsrunde wie alle anderen Touren mit einem
Sportwagen zu bestreiten. Wobei nicht objektiv zu sagen
ist, ob dieser Beschluss an diesem Punkt der Gedankenkette
viel oder viel mehr an diesem Punkt der Tour, sprich
mitten am Berg, die Sonne brennt von oben, die Schenkel
von unten und kein Ende in Sicht.
Doch auch ohne die Last des ökologischen
Rucksacks stehen Radfahrer unter ihrem selbstverschuldeten
Ozonloch in einem sehr schlechten Licht. Der
Verbrennungsprozess, also die Energiegewinnung ist weit
ineffizienter, als die seiner technologischen Nachfolger,
dem PKW.
Aus dieser Feststellung heraus kamen uns
Optimierungs-Gedanken, ob man wohl die Menschliche
Verdauung verbessern könnte. Diese wohl eher nicht, aber
Parameter wie Sauerstoffaufnahme & -Transport oder
Energienutzung in den Muskeln lassen sich verbessern. Wie,
muss man wohl dieser Tage keinem mehr erzählen. Sicherlich
musste jeder von uns bereits mehrfach in geselliger Runde
Bericht erstatten, was die Hausapotheke so bietet. Dieser
Ansatz lässt die Pharma-Branche in einem neuen Licht
erscheinen. Wird plötzlich aus den monopolitischen
Patent-Jägern eine Industrie der Ökologie?
Man sollte vielleicht noch einmal die Vor-
und Nachteile von Planeten rettenden Regelverstößen in
diesem neuen Licht betrachten – oder auch nicht.
Verurteilte in neuem licht zu betrachten? Wir jedenfalls
sind zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen, suchen
nun jedoch nach Investoren für eine Studienreihe…
|