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Wer kennt das nicht? Man ist eigentlich
Brezelbreit und freut sich diesen einen Tag in der Woche
an dem man a) frei hat, b) mal ausschlafen kann und c) nur
socializing-Sport machen will, sprich bewegen im
Komfort-Bereich, um die neuesten Tipps und Tricks über
Mensch & Material auszutauschen.
Doch dann passiert es: Irgendein
unsensibler Mensch kommt daher und erzählt wieder was von
Volkslauf, schneller Strecke und ähnlichen Verlockungen.
Wer kann da schon widerstehen? Nur so mitgehen, nicht voll
laufen, nur mal schauen was geht, ein bisschen Tempohärte
schadet ja nicht… Von Wegen, Wettkampf ist Wettkampf –
auch wer nur als Sparring-Partner anreist muss selbst die
Beine in die Hand nehmen.
Na ja, selbst schuld. War ja eigentlich
auch wirklich eine tolle Geschichte. „Frühlingslauf“ in
Rot hieß das Event. Diesen Namen konnten meine Nase und
Augen voll bestätigen, Heuschnupfen vom feinsten (Was
zumindest die sonst so Dichte Startaufstellung etwas
auflockert – Entschuldigung an meine Vorderleute!).
Das Terrain war tatsächlich für schnelle
Zeiten wie geschaffen. Es gab im Wesentlichen zwei
Erhebungen. Die erste war eine Autobahnbrücke, die zweite
immerhin noch der Bordstein auf einen Radweg. Außerdem
hatte der Kurs kaum Kurven, eigentlich bestand er aus drei
Langen geraden nebst Verbindungen. Also Abschnitte
zwischen zwei und vier Kilometern, auf denen man sich
Gedanken über Gott und die Welt machen konnte. Dabei darf
man natürlich nicht vergessen, sich ein schönes Grüppchen
zu suchen, hinter dem man sich professionell vor dem Wind
verstecken kann. Ich für meinen Teil habe mich mal wieder
mit den Ernährungsprinzipien eines Ausdauersportlers
befasst. Inspiriert
hat mich dabei der Hauptsponsor des
Laufes, ein Dinkel-Verarbeiter. Unter dem Slogan „macht
Sportler schnell“ wurde uns vor dem Start eine auffällig
breite Produktpalette präsentiert. Fiese Geschichte, denn
wer hat schon morgens um neun Gefrühstückt, dass ihm nicht
der Magen knurren würde. Wikipedia hat mir verraten, dass
Dinkel in großem Stile für die Pferdefütterung verwendet
wird. Also auch Rennpferde, eine durchaus schnelle
Gattung. Ob man mit den entsprechenden Keksen wohl auch so
schnell und austrainiert wird? Oder wächst einem einfach
eine Mähne?! Die zweite These können wir gleich wieder
verwerfen, wie das Bild von mir zeigt – bitte entschuldigt
den Gesichtsausdruck, ein Volkslauf ist ja kein Laufsteg…
Oh, hoppla! Da kommt ja die nächste Kurve.
Umso ärgerlicher, wenn man von den wenigen Knicken auch
noch einen verpassen würde. Und schon war man auf der
Zielgerade, sprich noch 2000m to go. Der Zieleinlauf
selbst war wieder sehr erhebend gestaltet, auf einem
Asphaltierten Oval ging es nach einer Ehrenrunde durch den
majestätischen Zielbogen. Geschafft – und es ist gerade
mal kurz vor zehn, sonst steht ein guter Student jetzt
erst auf… …Vielleicht doch noch eine lockere Einheit am
lockeren Tag?!
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