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Je Ausdauer-lastiger ein Sport wird, desto
weniger geht es darum, den direkten Gegner zu vernichten (ok,
manchmal reicht es auch, ihn einfach zu schlagen). Aber
wenn die Strecken länger werden, wird die Bewegung
zunehmend ein Kampf gegen den inneren Schweinehund. Der
direkte Gegner dabei ist dann die Uhr – tempus fugit…
Und wer von uns wird nicht – auch schon im
Training – mal von dem Gedanken getragen, diese Einheit
unter einer Stunde zu absolvieren, den Berg etwas
schneller als letztes mal zu erklimmen oder diesmal noch
über die gelbe Ampel zu Sprinten?
Eine niemals endende Aufgabe, es gibt immer
noch eine Sekunde aus der Ecke zu kratzen. So was schafft
man nur, wenn diese Triebe im Wesen veranlagt sind. Eine
Evolutionäre Vorsehung gegen die ewig kreisenden Zeiger,
lange entwickelt, bevor die ersten Zahnrädchen ineinander
griffen.
Wen wundert es also, dass dieser
Optimierungs-Trieb sich nicht nur aufs Training
beschränkt. Auch sonst im Alltag erkennt man Zeitknappe
Multisportler sehr leicht an ihrem hohen organisationsgrad
und einem enormen Zug, „to get tue Job done“. Triathleten
sind einfach die besseren Menschen. In der
Gegendarstellung fallen dann eher Vokabeln wie
„hoffnungslos gestresst“, ungemütlich“ oder „nervös“.
Irgendwo dazwischen fokussiert derweil eine wachsende Zahl
berufstätiger Triathleten immer mehr auf Zeitersparnis.
Im Folgenden habe ich mir als entspannter
Student die Zeit genommen, mit der renommierten
Trainingsagentur Finisher Concepts ein paar Tipps für die
friedvolle Fusion von Sport, Beruf und Privatleben
darzustellen. Wer also nicht sowieso schon seine
Mineraltabletten in Kaffee auflöst und den Bürostuhl durch
einen Stepper ersetzt hat, kann sich hier noch ein paar
Anregungen holen.
1.
Umgebung Anpassen
Ganz wichtiger Punkt: der Nimbus muss
stimmen … Klar, jeder von uns hat seine
Lieblings-Zeitfahrwaffe, wenn nicht sowieso schon im
Keller, zumindest auf dem Bildschirmhintergrund. Aber da
fängt der Spaß erst an: Als Start-Sound gehört sich ein
guter Startschuss (Profis haben noch Schwimmgeräusche, di
kurz vor dem Start erklingen). Heruntergefahren wird mit
einer Gratulation des Moderators zum Finish. Dazwischen
werden Mails „Achtung, ein Lutscher!“ empfangen und Bei
Systemfehlern kommt das Kampfrichter-Motorrad akkustisch
angebraust. Die ganz harten haben so fiese Geräusche wie
Speichenriss oder das Zischen vom Plattfuß mit den
allseits beliebten Problemberichten verknüpft.
2.
Krafttraining – Oberschenkelstrecker
Jetzt aber ans eingemachte … eine gute
Vorbereitung umfasst natürlich auch Krafttraining. Die
Oberschenkel lassen sich fast den ganzen Tag über heimlich
unterm Schreibtisch stählen, wo weder Kollegen, noch
Sportkameraden Fragen stellen.
9.
Schwimmen – Wassergefühl & Kraft
Ein Klassiker der Sportgeschichte ist das
Schwimmtraining unter der Dusche. Sonst verknüpft mit
Sprüchen wie „Ausduschen“ oder „Ich bin schnell – schnell
unter der Dusche“, lässt sich gleich morgens vor dem
Bewusst-Werden die erste Einheit schieben. Egal ob
Wassergefühl am Brausekopf, oder Kraft mit Paddles in der
Badewanne, wo ein Wille ist, da ist auch Wasser. Aber
bitte Pullbuoy und Schwimmbrille nicht vergessen…
3. Technik – die Trinkflasche
Schlicht in der Idee, effektiv im Ergebnis,
jedoch gewöhnungsbedürftig für das Umfeld. Hat jemand
schon mal gesehen, wie Norman Stadler auf Hawaii zum
Milch-Glas greift? Nein! Also, warum benutzen wir dann
Becher, Tassen oder Gläser? Eben, völliger Quatsch,
Routine und Anpassung sind alles, ab jetzt nur noch
Trinken aus Radflaschen und Pappbechern (letztes nur im
Laufen) und das Mittagessen packen wir in alte
Energierigel-Folien.
4.
Krafttraining – Bizeps
Die Standard-Übung für jeden
Mucki-Buden-Besucher, jetzt auch zuhause und unterwegs.
Zum Lesen braucht der Mensch eine bis keine Hand. Also
keine Zeit vertun und mit dem freien Arm Gewichte reißen.
5.
Fahrrad – Spinning
Spinning ist ätzend. So weit, so wahr.
Nicht nur, dass das ewige gegen die Wand fahren etwas wenig Abwechslung bietet, die häufige Kombination vom
Surren der
Räder mit Regentrommeln von außen kann sehr
monoton werden. Noch dazu immer die Quälenden Gedanken im
Nacken, was danach noch alles zu tun ist. Angefangen bei
der Auswertung der Einheit über Post und Telefonat bis hin
zu sonst was. Warum also nicht die Arbeit in das
Beschäftigungs-Loch ziehen? Auf dem Auflieger hat ein Buch
genauso gut Platz wie ein Laptop. Letzterer kann dank
Infrarot und Bluetooth dann auch gleich Tacho, Puls und
Watt in Echtzeit auswerten. Daten lesen, bevor man
überhaupt getreten hat, das ist die Zukunft!
6.
Technik – der Helm
Ganz großer Punkt im Triathlon: Der
Wechsel. Hier ist Routine alles, jeder Handgriff muss
sitzen. Also legen wir in Zukunft unseren Helm an die Tür
und wann immer wir vorbei kommen, kurz Helm aufsetzen,
zuklippsen und wieder runter damit – natürlich alles
Wettbewerbsgetreu.
7. Laufen – Grundschnelligkeit &
Reaktionsvermögen
Den ganzen Tag sitzen … das ist ermüdend,
schlecht für die Durchblutung und ineffiziente
Regeneration. Also nutze den Tag und wann immer das
Telefon klingelt, springst du auf, sprintest den Flur
hinunter und wieder zurück, um dann abzunehmen. Dieses
Procedere hat mehrere Vorteile. Das Klingel-Signal schult
die Reaktionsschnelligkeit. Sprints regen den Kreislauf
an, das hohe Tempo mobilisiert die Muskeln. Und der
Störenfried am anderen Ende der Leitung muss kurz warten,
was ihm hoffentlich seinen Platz in deinem Leben zeigt.
Blöde Spruche wegen des Gehechels während der ersten
Telefon-Minuten einfach ignorieren…
8. Technik – die Laufschuhe
Und zu guter letzt werden die Schnürsenkel
begraben. Ab jetzt kommen in alle Schuhe Haushaltsgummis,
Schnellverschlüsse oder Clips, ganz wie im Wettkampf.
Neben der Gewöhnung an die Race-Bedingungen spart man sich
über den Tag auch wieder etwas Zeit beim Schuhe anziehen.
Und die nutzen wir dann für …
… und gerade hat man sich 24Stunden
erfolgreich gewehrt, springt der Zeiger auf die 12 und
alles geht von vorne los …
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