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Letzten Sonntag wurde die Läuferwelt in
Heidelberg und Umgebung aufgemischt. Wieder einmal lud die
TSG zu Halbmarathon & Altstadtlauf.
Jaaa, ich weiß: ein Triathlet sollte eher
über den halben als den zehntel Marathon starten. Das
haben mir meine lieben Vereinskollegen auch schon zu
genüge aufs Brot geschmiert. Zu meiner Verteidigung, der
Heidelberger Halbmarathon ist nicht gerade der flachste
seiner Gattung, ich bin nicht der leichteste meiner
Gattung. Hinzu kommt, dass ich in zwei Wochen fit sein
will, für die Tria-Liga, am 19.5. gibt’s Saures beim
Teamwettkampf.
Also nur kurze Strecke und dafür
nachmittags noch mal aufs Rad. Ein Vorteil von kurzen
Wettkämpfen allgemein ist, dass das
Quatschen-zu-Sport-Verhältnis viel sozialer ist. So auch
gestern. Gegen kurz nach neun dachte ich schon daran, mich
wieder umzuziehen und mir nen Cafe zu holen. Irgendwie
haben wir es dann doch an den Start geschafft und standen
gespannt hinter dem Band. Daumen auf dem Startknopf der
Pulsuhr, Blick straight forward – uns doch egal, wenn der
Sprecher noch was von 6 Minuten redet. Ich sagte eben
bewusst Start und nicht Startlinie, denn davon gab’s
diesmal zwei: zwischen dem Absperrband für mehrere Dutzend
Teams und der endgültigen Startlinie wurde noch eine
kleine Box freigehalten. Hierein begaben sich schließlich
die Läufer aus Schriesheim und Mannheim. Alles Experten
über 800 bis 10.000m, die seit diesem Frühjahr unter dem
Namen „Caps-Ausdauerteam“ auf Wettkämpfen lustwandeln.
Mein Gedanke dazu: Letztes Jahr waren wir noch zusammen im
Trainingslager, heute bekommen sie eine Startbox vor mir –
irgendetwas muss ich falsch gemacht haben.
Dann viel der Startschuss. In die
Spitzengruppe zu Laufen war gar nicht so schlimm, um mich
herum waren noch einige Recken, die ähnliches im Schilde
führten und mich fair nach vorne brachten. In der
Spitzengruppe bleiben ist dafür umso schwerer. Schon nach
500m hatte ich diesen fiesen Eisen-Geschmack auf der
Zunge, einer der Vorboten vom Mann mit dem Hammer. Aber
egal, was schmerzt, das lebt! Hart wurde es erst nach der
hälfte der Strecke, als wir in die Heidelberger
Fußgängerzone einbogen. Dieses Pflaster ist weltweit für
seine Schönheit bekannt, wie auch jährlich Abermillionen
von Asiatischen Fotoapparaten dokumentieren. Davon bekamen
wir nicht mehr soviel mit. Umso mehr drängte sich der Duft
aus den Bäckereien auf. Ganze Drei Backwarenverkäufer
versuchten mich von der Strecke zu locken, da ist das
Laufen selbst noch die geringste Qual. Schlussendlich
überquerte ich die Ziellinie auf Platz neun. Keine
Heldentat, wenn man das Vorjahresergebnis bemüht. Also wer
eine gute Entschuldigung kennt, immer her damit!
Am Mittwoch geht mein Coach mit mir ins
Gericht… Wie das dann ausgegangen sein wird, wird man
daran erkennen, ob hier weitere Stories erscheinen…
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